Scanner Persönlichkeit und Minimalismus: Kann das funktionieren?

Scanner Persönlichkeit und Minimalismus: Kann das funktionieren?

Ist es möglich gleichzeitig ein Minimalist und eine vielseitig interessierte Scanner Persönlichkeit zu sein?

Ja ist es!

Aber das sind doch zwei total widersprüchliche Eigenschaften?

Ja sind sie! 

Bevor ich weitermache: Du hast bestimmt bereits ein Bild über den Minimalismus, aber…


Was zum Kuckuck ist eine Scanner Persönlichkeit?

Der Begriff stammt von Barbara Sher, eine U.S. Amerikanische Autorin vieler Werke zu diesem Thema. 

Ich habe von ihr “Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast”* gelesen. 

Scanner sind Menschen, die tausend Interessen haben und obendrauf noch vielbegabt sind. 

Du kennst sicher den Begriff Tausendsassa.

Scanner haben dauernd Durst, Durst nach Wissen. 

Das klingt alles super toll, aber sie tragen alle ein enormes Problem mit sich: 

Sie wollen sich am liebsten mit all dem, was sie interessiert, sofort und am besten gleichzeitig beschäftigen. 

Ihnen wird schnell langweilig, da sie chronisch neugierige Wesen sind und gelten daher als unbeständig. Wie eine Biene fliegen sie von einer Blume zur anderen.

Das geschieht sowohl im Privaten, wie auch im Berufsleben. 

Das Gegenteil eines vielbegabten Scanners ist der Spezialist.


Warum erzähle ich dir das? 

Weil ich selbst zu dieser Spezies extrem vielseitig interessierter Menschen gehöre. 

Als ich mich dem Minimalismus näherte, hörte ich ich immer diese Stimme in mir: “Du kannst niemals ein minimalistisches Leben führen, das verstößt gegen deine Natur.”

Lange Zeit glaubte ich dieser fiesen koboldartigen Stimme. 

Denn, es stimmt: Dieses Gen lässt sich nicht einfach so austauschen.

Ich kann mich doch nicht einschränken.

In einem Süßwarenladen fülle ich meine Tüte mit fast allen Süßigkeiten, ich möchte doch alle ausprobieren.

Diese Einstellung kann man übrigens auch auf meinem Lebenslauf gut beobachten. 

Ich habe nicht “die eine Berufung”, ich habe viele Wege, die ich gerne gehen möchte. 

Bevor mir überhaupt bewusst war, dass ich so ticke, war ich lange in der Versicherungsbranche tätig.

Danach, habe ich Informationswissenschaft studiert und momentan bin ich hauptsächlich als online Sprachcoach unterwegs. 

Die sonstigen Tätigkeiten, Interessen und Projekte möchte ich gar nicht ansprechen, sonst wäre dieser Artikel länger als “Es” von Stephen King.

Dennoch führte dies dazu, dass ich mich immer wieder überfordert fühlte. 

Wieso kann ich mich nicht einfach entscheiden? 

Was stimmt mit mir nicht? Alle, die ich kenne haben ein ziemlich sauberes geradliniges Leben.

Ich hatte das Gefühl, die Zeit rennt mir davon. 

Wie soll ich nur alles in einem einzigen Leben unter einem Hut bringen? 

Kann ich bitte irgendwo ein zweites Leben nachbestellen?

Familie, Beruf, Hobbys, Ideen, Projekte.

Und jetzt sollte der Minimalismus mir helfen, mit all dem klar zu kommen?

Das wäre ja als ob ich Dr. Jekyll und Mr. Hyde spielen müsste. Zwei grund verschiedene Rollen.

Ich lag mit dieser Befürchtung glücklicherweise falsch. 


Der minimalistische Scanner

Wie schon oft in meinem Leben, habe ich’s halt einfach ausprobiert.

Und weisst du wie sich die Formel Minimalismus + Scannerpersönlichkeit mittlerweile anfühlt? 

Wie das Superduo Asterix und Obelix, fast unbesiegbar.

Minimalismus und Scannerpersönlichkeit funktionieren zusammen wunderbar.

Was sind genau die Vorteile fragst du? Bitteschön, hier eine kleine Auswahl:

  • Minimalismus gibt meinem teils chaotischen Scanner Dasein eine Struktur.
  • Minimalismus hilft mir meine beruflichen Projekte und Hobbies zu priorisieren. So kann ich mich immer auf die jetzt wesentlichen Dinge konzentrieren.
  • Mein Scanner Hirn ist sprunghafter als ein Heuspringer. Der Minimalismus nimmt dabei die Rolle der Leitplanken ein. Das verhindert, dass ich nach 2 Minuten bereits an etwas anderem arbeite oder denke.
  • Es hilft mir regelmäßig zur Ruhe zu kommen. Ein Scanner Hirn steht üblicherweise unter Dauerstrom. 
  • In meinem Browser sind nicht mehr im Schnitt 15-20 Tabs geöffnet.
  • Ich steuere mehr und mehr meine Gedanken und nicht meine Gedanken mich. 
  • Ich bestimme bewusster, was ich als nächstes angehen möchte. 

Es ist völlig klar, dass ich mein Scanner Gen nicht einfach ausradieren kann. 

Aber ich kann dafür sorgen, dass deren negativen Eigenschaften mich nicht zum Burnout führen. 

So gegensätzlich die Eigenschaften sein mögen, so harmonisch funktioniert das Zusammenspiel.

Darum versuche ich täglich neue minimalistische Gewohnheiten in mein Leben zu implementieren. Gleichzeitig versuche ich jedoch alle meine wichtigen Träume und Interessen nicht aus den Augen zu verlieren. 

Die minimalistischen Prinzipien, die ich anwende schenken mir wertvolle Zeit. 

Zeit, die ich für meine Träume nutzen kann.

Ich mach’s jetzt einfach kontrolliert wie eine zahme Hauskatze und nicht mehr anarchisch wie ein wilder Tiger.

Bist du auch (insgeheim) eine Scanner Persönlichkeit? Schreib mir in den Kommentaren.

Wenn du dir nicht sicher bist kannst du hier einen kurzen Test machen.

Vergiss nicht: Man hat nur ein Leben. Wenn man es aber richtig lebt, dann genügt auch eins.

Dein Moreno


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