Nachrichten Diät: Mit diesen 7 Schritten gelingt sie

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Jetzt wird abgespeckt. Nein, nicht am Bauch, sondern im Kopf. 

Checkst du auch “kurz” in jeder freien Minute die Nachrichten auf deinem Handy? Dann lies unbedingt weiter.

Bevor du mit deiner Nachrichten Diät beginnst, solltest du die Probleme, die eine News Sucht mit sich bringt kennen. 

Das ist die Basis um dich überhaupt darauf einzulassen. 

Wenn du ein Problem beseitigen möchtest, tust du es ja nicht ohne Grund, oder?

Ich bin seit Mai 2020 komplett clean. 

Ja, es war ziemlich hart. Ich verspreche dir, auf der anderen Seite erwartet dich ein freieres Leben. Es lohnt sich!

Eins vorweg: Stell dich auf eine schlagartige, radikale Nachrichten Diät ein.

Sie schmerzt anfänglich, dafür ist es schneller vorbei. Wie beim Zahnarzt: Einmal fest ziehen, dafür richtig. 

Eine langsame und sanfte Entwöhnung hatte bei mir leider keine Besserung gebracht. 

Also habe ich mich für die Cliffhanger Variante entschieden. Augen zu und springen. 

Ich zeige dir jetzt 7 Schritte, die mich zu einer erfolgreichen Nachrichten Diät geführt haben. 

Los geht’s.


Vorbereitung

1) Die Erkenntnis

Wahrscheinlich weisst du bereits, dass du ein ziemlicher News Junkie bist. Aber wie gross ist deine Sucht wirklich?

Du musst es dir vor Augen führen. Du musst dir beweisen, dass du eine Nachrichten Diät brauchst. 

Dafür benötigst du harte Fakten, die dich wachrütteln. 

Führe eine Strichliste während eines ganzen Tages. 

Jedes Mal, nachdem du eine News Seite besuchst hast (egal auf welchem Gerät), notierst du einen Strich und wie lange du damit beschäftigt warst. 

Zahlen lügen nicht und du wirst erstaunt sein, wie viel Zeit du dich täglich in den Nachrichten wühlst. 

So war es zumindest bei mir: Mein Tagesrapport zeigte 20 Striche und ungefähr 2 Stunden. Dass ich vom Schreck nicht vom Stuhl gefallen bin ist ein Wunder.


2) Warum bin ich ein News Junkie?

Es ist wie beim Zigaretten rauchen oder Zähne putzen, du liest die News aus Gewohnheit. 

In diesem Fall eine schlechte.

Bevor du weitermachen kannst, musst du die Ursache für deine Nachrichten Sucht kennen.

Hole die Schaufel, denn jetzt gräbst du ganz tief in dir drin. 

Versuche es mit diesen Fragen herauszufinden:

  • Was passiert, unmittelbar bevor du die Gewohnheit ausführst?
  • Woran denkst du, bevor du dich so verhältst?
  • Gibt es spezielle Situationen oder Orte, wo die Gewohnheit auftritt?
  • Wie fühlst du dich, wenn es passiert?

Auch hier: Notiere so viel wie möglich. Je mehr, desto genauer kannst du die Ursache bestimmen.

Hier einige Beispiele für die Ursache:

  • Langeweile.
  • Neugier.
  • Kurze Ablenkung oder Erholung von einer anstrengenden Tätigkeit.
  • Das Gefühl, dass es dir viel besser geht als vielen anderen Menschen da draußen.
  • Das Gefühl, nichts Wichtiges zu verpassen und informiert zu sein.
  • Sensationsgier.
  • Beim Smalltalk intelligent und gebildet rüberzukommen

Mein Hauptgrund war: Ich wollte meine geistige Langeweile und innere Unruhe stillen.

Es ist nicht leicht, deine Ursachen zu entdecken. Aber die Zeit, die du dafür aufbringst ist gut investiert. Du möchtest ja nicht einfach eine Schmerztablette schlucken, die nur kurzfristig die Symptome beseitigt. 

Die Ursache zu kennen, ist die EINE Sache, die alles andere einfacher macht.

Es ermöglicht gezielt das Problem zu beseitigen. 


Das Gehirn umprogrammieren

Du weißt nun, dass Nachrichten lesen eine automatische Aktion ist. Also eine schlechte Gewohnheit.

Wie es Psychiater Steve Peters in seinem Werk “The Chimp Paradox” * ausführt, haben wir es hier mit einem Gremlin zu tun.

Ein Gremlin ist ein nicht hilfreiches automatisches Verhalten. In anderen Worten, eine schlechte Gewohnheit.

Bereits Aristoteles wusste: “Wir sind, was wir wiederholt tun.”

Diese Wiederholung gilt es nun zu durchbrechen. 


3) Vermeiden

Jetzt baust du eine Mauer auf, die selbst die von Pink Floyd alt aussehen lässt.

Der Schutz besteht aus technischen Hilfsmitteln.

  • Bestimmte Webseiten sperren. Hier die Anleitungen:

Android

Iphone

Windows

MAC

  • Suchverlauf löschen (damit du keine “verführerischen” Vorschläge mehr erhältst wenn du eine Adresse eintippst).
  • Alle News Apps deines Smartphones deaktivieren (Google News etc.)

Auch offline lauern noch gefahren:

Die wöchentliche Gratis Ausgabe der Regionalzeitung entsorgst du direkt nach dem Abholen (leider nimmt mein Postbote den “bitte keine Zeitung” Aufkleber auf meinem Briefkasten nicht ernst). 


4) Ersetzen

Nachdem du langsam von der schlechten Gewohnheit Abstand genommen hast, geht es nun darum den Sack zu zumachen. Du füllst die Leere, die dadurch entstanden ist. 

Wenn du das nicht tust, lebst du in stetiger Rückfallgefahr. Du ersetzt also eine schlechte Gewohnheit mit einer guten. 

Steve Peters nennt dies einen Autopiloten. Ein Autopilot ist ein konstruktives, gutes Verhalten. Das Gegenstück zum Gremlin. Wir ersetzen einen bösen Gremlin mit einem guten Autopiloten.

Je nach Ursache, kannst du die Nachrichten mit folgenden Autopiloten ersetzen:

  • Lese einige Seiten eines Buches oder einen Blog Artikel und lerne etwas nützliches.
  • Mach dir einen Kaffee oder Tee, schaue aus dem Fenster und beobachte was draussen geschieht.
  • Setze dich hin, schließe die Augen und atme 2 Minuten tief ein und aus.
  • Falls bei der Arbeit der News Finger zuckt, unterhalte dich mit einem Kollegen.
  • Nimm irgendein Instrument in die Hand und spiel was.

Ich habe das Nachrichten lesen vor allem mit dem Lesen von Büchern ersetzt. So stille ich immer noch meine geistige Langeweile, aber ich füttere mein Hirn mit Dingen, die mich wirklich interessieren und weiter bringen.


5) Informiere dein Umfeld

Du bist für deinen Erfolg verantwortlich, jedoch geht es leichter, wenn dein Umfeld auch mitmacht.

Bitte deine Freunde, Familie und Kollegen mit dir nicht mehr über die neuesten Geschichten aus den Massenmedien zu sprechen. Die Meisten werden es verstehen.

Nicht alle werden sich aber daran halten: “Hast du vom Unfall heute morgen auf der Autobahn gelesen?” Solche Fragen wirst du trotzdem immer wieder hören. 

Falls dies vorkommt, versuche das Gespräch auf ein anderes Thema zu lenken: “Nein, aber sag mal, wie geht es dir eigentlich mit [füge hier ein beliebiges Thema ein]?”

Dein Gegenüber soll über sich selbst etwas erzählen. So sendest du ihm auch das Signal, dass du dich für ihn als Menschen interessiert.


6) Der Kontrollgang

Hole dir unbedingt menschliche Unterstützung. In Form eines “Kontrolleurs”.

Es kann ein Freund oder Bekannter sein, dem du während der ganzen Diät Rechenschaft schuldig bist. 

So baust du externen Druck auf. Er ist dein Rettungsanker, solltest du an einem Tag locker lassen wollen.

Du berichtest dann jeden Abend deinem Kontrolleur.

“Was wird er wohl sagen, wenn ich mich heute nicht daran gehalten habe?” 

Das erzeugt zusätzlich eine externe Motivation.


7) Dokumentiere die “Ausrutscher”

Ein Junkie findet immer einen Weg. 

Notiere auf einem Blatt Papier oder auf deinem Handy jeden “Ausrutscher”. Wenn du dich beim News lesen ertappst, dokumentiere folgendes:

Tatort. 

Tatwaffe. 

Tatmotiv. 

Dauer des Tat. 


Ob du richtig stehst, siehst du wenn die Null steht

Nach 30 Tagen ziehe ein Fazit.

Steht bei deiner Ausrutscher Liste eine Null? Gratulation, du hast den Nachrichten den Hintern versohlt!

Hattest du trotz aller Vorkehrungen einige Ausrutscher? Keine Sorge, von einfach war nie die Rede. 

Jetzt bloß nicht locker lassen. Du brauchst einfach noch ein wenig Zeit.

Auf was wartest du noch? Beginne noch heute mit deiner Nachrichten Diät. Spüre die Entzugserscheinungen und danach die wohlverdiente Freiheit. 

Hast du bereits eine News Diät versucht? Erzähle mir von deinen Erfahrungen. 

Dein Moreno

Man hat nur ein Leben. Wenn man das aber richtig lebt, genügt auch eins

* Hierbei handelt es sich um einen Affiliate Link.

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